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"Das gehört sich so" oder "Einfach mal authentisch sein"

Da ist Prinzessin gerade erst mal 3 geworden und bringt mich an meine Grenzen. Jeden Tag ein kleines bisschen. Einmal ist sie Prinzessin "Ichmagnicht". Das nächste Mal ist sie Prinzessin "Ichschlafnicht". Einen Tag ist sie Prinzessin "Ichgehmitdemkopfdurchdiewand" und am nächsten Tag ist sie Prinzessin "Ichbindieliebsteundsüßestevonallen". An den meisten Tagen ist sie von allem ein bisschen. Ihr wisst schon. 😇😉🤫

Umgekehrt zeigt und weckt sie in mir auch beinahe jeden Tag Seiten von denen ich definitiv noch nicht wusste, dass sie in mir sind. Sie holt gleichzeitig das Allerbeste und das Allerschlechteste aus mir heraus. Unendliche Liebe. Unfassbar viel Wut und Unverständnis. Und meistens weiß ich mit beiden nicht so recht wohin damit. Das und noch ein bisschen mehr, macht mir jeden Tag bewusst, wie viel ich noch lernen muss, soll, DARF. Und dass ich mich jeden Tag bei der Nase packen darf um "hinzuschauen". Aber ich erzähl Euch meine heutigen Erkenntnisse & möglicherweise hilft es Dir und mir und ganz vielen anderen Mamas da draußen, die Dinge immer mal wieder anders zu betrachten. Oder es wenigstens zu versuchen. 

Da ist dann also ein Sonntag Vormittag und ich muss jetzt echt den Raum verlassen. Rausgehen. Weit weg. Am besten für alle Beteiligten, wäre wohl nicht nur aus dem Zimmer, sondern aus dem Haus. Davonlaufen ist halt blöderweise auch nicht die beste Lösung, obwohl sie zugegeben manchmal schon sehr verlockend ist. Aber irgendwie fühle ich mich dann ja doch ein kleines bisschen verantwortlich dafür, meinen Kindern ein paar Werte fürs Leben mitzugeben. Und da gehört das Bleiben dazu. Blöd ist nur, dass Kinder mehr durch Nachahmen lernen als durch Labern. Also doch nix mit davonlaufen. 🤪 Hab da so einen passenden Satz gefunden, den ich an dieser Stelle noch mit Euch teilen möchte: "Das wirklich Schwierige an der Kindererziehung ist, sich selbst an die Regeln zu halten." (😇)


(c)www.edufamily.ch

Mein kleines Fräulein Hübsch lässt sich (heute mal wieder) nicht anziehen. Also schon. Aber nur das was SIE will. Und da hab ich mich doch tatsächlich dabei erwischt mit all diesen doofen Aussagen, wie ich sie gar nicht mehr machen möchte. Wir kennen sie doch alle diese sogenannten "Sparmeldungen". Meldungen die man sich wirklich sparen hätte können. Am ehesten fallen sie uns auf, wenn andere sie von sich geben. 😇

Ich finde diese Situation sooo fürchterlich. Ihr müsst dazu vielleicht wissen, wir sind jetzt meistens nicht die ganz soooo typische Familie. Wenn man so wie wir, hinterm Berg links wohnt, dann fällt es vermutlich nochmal mehr auf, dass wir nicht immer mit dem Strom schwimmen. Schon noch, aber definitiv nicht mehr so häufig wie früher und bestimmt nicht soviel wie die meisten. Wir versuchen unseren eigenen Weg zu gehen unabhängig davon, was andere darüber denken oder sagen. Wir sind die, die die Dinge so oft wie möglich anders betrachten. Die, die relativ wenig Wert darauf legen was "alle" anderen reden und tun. Für unsere kleine Familie muss es passen. Und wenn z.B. mein kleiner Herr Sohnemann sich mit anderen vergleichen möchte, dann bin ich die Erste, die ihn fragt, ob er die anderen ist. Dann bin ich die, die ihn fragt ob er in den Bach springen würde, nur weil alle anderen in den Bach springen. 🙈🙊🙃 (wie sehr hab ich diese Frage von meiner Mama immer verflucht 😂🤦🏻‍♀️) Ich bin dann aber auch die, die gemeinsam mit ihm herauszufinden versucht, was ER wirklich will.

Aber zurück zum Thema anziehen. Grundsätzlich ist es mir ja egal ob Prinzessin "Ichziehnuranwasmirgefällt" mit Jeans und Shirt durch die Gegend läuft. Grundsätzlich. Was für ein praktisches Wort. Heute war nämlich Weihnachtsfeier mit Vorsingen der Kindergartenkinder und für die sollte man sich schon besonders hübsch machen. Weil "alle anderen Kinder" sich ja auch besonders rausputzen. Und naja, was könnten sich denn die vielen Menschen denken. 🤦🏻‍♀️

Und diese Gedanken kommen ausgerechnet von mir. Von mir, die jedem sagt, er sollte uuuuunbedingt auf sein eigenes Bauchgefühl hören und das dieses ständige sich anpassen einem wirklich gar nicht gut tut. Von wegen Glaubenssätze, Regeln und Konzepte die aus der Gesellschaft übernommen wurden, so stark, dass man sich darunter selbst verliert. Dass man plötzlich erwachsen ist und feststellt, dass man gar nicht mehr weiß, wer man überhaupt selber ist, was man selber will, welche Werte die eigenen sind...unter all dem Müll der sich im Laufe unseres Lebens so in unserem Kopf zusammensammelt hat...

Angefangen von du bist zu laut, du bist zu leise, du bist zu klein, du bist zu groß, das gehört sich & das gehört sich nicht, tanz nicht aus der Reihe, sei schön brav, alle anderen machen das so und so und alle anderen machen das so und so NICHT über noch viele 1000 mehr...ihr wisst schon...🙈🙊🙃

Mit diesem Kopfmüll (den eh der Großteil von uns mit sich trägt, Ausnahmen bestätigen die Regel) was sich denn nicht alles so gehört, hat das Drama dann heute nämlich erst seinen Lauf nehmen können:

Mäuschen zieh doch heute mal ein Kleid an.
Nein Mama, kein Kleid haben mag.
Geh bitte, "alle anderen" Mädchen werden auch ein hübsches Kleid anhaben. (🙄🤦🏻‍♀️)
Nein. (Kurzfassung)
Ok, dann eine schwarze Hose und eine schöne Bluse dazu.
Nein. (Kurzfassung) Jeans anziehen mag.
Geh bitte, das ist eine Feier und da "muss" man sich hübsch anziehen.
Nein.
Ok, dann zieh Deine Jeans an, aber ein schönes Oberteil.
Nein. Gefällt nicht mir.

Nach mehreren weiteren hilflosen Versuchen und die Situation verlassen bevor sie komplett eskaliert inklusive solch pädagogisch wertvollen Ansagen von wegen, "dann geh nackig" oder "dann musst Du halt zuhause bleiben", hat meine Prinzessin auf der Erbse im Endeffekt ihre gewünschte Jeans an und ein T-shirt, das ihr gefällt. (🤷🏻‍♀️🤪)

Noch ein letzter Versuch.
Zieh statt Stiefelchen wenigstens die hübschen Schuhe an. Sonst wird Dir warm. Du schwitzt. Du bekommst Stinkefüße. (🙈🙊)
Nein.
Dann werden Dich halt alle anderen auslachen.

Ach Du heilige Sch..... Mist. Wo bin ich denn jetzt angekommen. Innerlich Kopf gegen die Wand, Kopf gegen die Wand, Kopf gegen die Wand. Und dieses miese Gefühl dazu.

Versagerin.

Und dann ist es endlich soweit. Lange hat es gedauert. Weit hat es kommen müssen. Jetzt erkenne ich, warum mich meine Prinzessin "Ichweißwasichwill" so derartig auf die Palme bringen kann. Was sie mir zeigt, was sie mir lernt. Und dass sie tatsächlich ein ganz besonderes, unglaublich großartiges Kind ist und das obwohl oder WEIL ich mir in dem einen kurzen Moment wirklich gerade komplett sicher bin, alles falsch zu machen. Und mein Herz geht auf. Sowas von auf. Kannst Du es spüren?


(c) Lieblingsmensch

Übrigens bin ich mir an dieser Stelle ganz sicher, dass auch Dein Kind, Deine Kinder IMMER großartig sind & Du dazu. IMMER. Und was ich / Du / wir - wenn Du Dich in meinem Text wiederfindest - möglicherweise (wieder) lernen dürfen???


Nein sagen, wenn wir nein meinen.
Dabei bleiben.
Uns nicht verbiegen.
Nicht mal für Menschen die wir lieben.
Echt sein!
Uns zu entscheiden!
Uns gerne zu entscheiden!
Herauszufinden was wir wirklich wollen.
Einzustehen für das was wir wirklich wollen.
Uns selbst treu bleiben!
Authentisch sein!

Es ist also an der Zeit, jeden Tag ein kleines bisschen daran zu arbeiten, dass es uns wieder mehr gelingt - so wie damals, als wir die Kinder waren, die unseren Eltern etwas gelernt haben ... 😅😍🤩 Ach und nicht zu vergessen bitte nicht zu allzu streng mit uns selbst zu sein, nicht zuuuu ungeduldig, im besten Fall sogar nachsichtig & verständnisvoll, aber am Wichtigsten, immer mit offenen Herzen und der Bereitschaft hinzuschauen und uns Schritt für Schritt weiterzuentwickeln...

Von ganzem Herzen,
Eure Melanie






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